Betrug: Ehemaliger Lotto Chef Schössler verurteilt

Hans-Peter Schössler, der ehemalige Geschäftsführer der rheinland-pfälzischen Lottogesellschaft,  ist am vergangenen Donnerstag (20. November) vom Koblenzer Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe wegen Betrugs verurteilt worden.

Der 66-jährige war zu 21 Monaten Haft auf Bewährung und einer Strafzahlung von insgesamt 72.000 Euro verurteilt worden, wobei das Geld in zwei Raten gezahlt wird.
Im Verfahren ging es um Gewinne, die von den jeweiligen Gewinnern  nicht eingelöst worden waren. Dieses Geld fließt im Normalfall in einen gemeinsamen Topf aller 16 deutschen Lotto-Gesellschaften. Aus diesem Topf werden dann Sondergewinnspiele finanziert, bei denen deutschlandweit zum Beispiel Reisen oder Autos verlost werden. Der Ex-Lotto Chef von Rheinland-Pfalz hatte die nicht abgeholten Gelder aber für eine Sonderaktion im eigenen Bundesland eingesetzt und nicht vorgesehen an den Deutschen Lottoblock. Privat bereichert hatte Schössler sich allerdings nicht.

Konkret ging es um zwei Gewinne aus den Jahren 2008 und 2009, die nicht von ihren Tippern abgeholt worden waren. Im ersten Fall waren 470.000 Euro beim „Spiel 77“ nicht abgeholt worden. Dies war aber nicht ordnungsgemäß an den Deutschen Lotto-und Totoblock weitergemeldet worden.
Auch im zweiten Fall wurde eine Gewinnmeldung falsch übermittelt. Der Gewinn von einer Million Euro aus einer Sonderauslosung war liegen geblieben, aber als zugestellt weitergemeldet worden. Das Geld floss dann statt in eine bundesweite Sonderauslosung in eine in rheinland-pfälzische.

Hans-Peter Schössler war 16 Jahre lang Geschäftsführer bei Lotto Rheinland-Pfalz.
Er hatte sich selbst bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz angezeigt, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren. Aufgrund der Höhe der Beträge handelte es sich um einen besonders schweren Fall von Betrug. Schössler hatte daraufhin um Auflösung seines Vertrags gebeten. Er räumte seinen Posten im April 2014, nachdem Anklage gegen ihn erhoben worden war,  mit Verweis auf den Betrugsprozess und um Schaden von Lotto Rheinland-Pfalz abzuwenden.

Vor Gericht zeigte der Ex-Lotto Chef Reue. Er räumte die Vorwürfe ein, betonte aber er habe auf keinen wirtschaftlichen Vorteil abgezielt, sondern habe nur die rheinland-pfälzischen Gewinne wieder ebendort einsetzen wollen. Allerdings habe er die rechtliche Relevanz vollkommen unterschätzt. Das Geld mitsamt entgangener Zinsen wurde zwischenzeitlich wieder an den Deutschen Lotto-und Totoblock (DLTB) zurückgezahlt.

Die Verteidigung Schösslers hatte einen Freispruch gefordert, das Gericht schloss sich aber mit dem Strafmaß von 1 Jahr und 9 Monaten Haft auf Bewährung der Forderung der Staatsanwaltschaft an.

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