Glücksspiele – Eine Erfindung der Moderne?


Die meisten Menschen nehmen an, das Glücksspiel sei eine Erfindung der Moderne – diese Annahme ist allerdings nicht richtig. In Wahrheit begann die Geschichte dieser Branche schon vor mehr als 1.000 Jahren. Bereits im Zeitalter der Antike gab es erste Diskussionen darüber, dass Glücksspiele fester Bestandteil der Gesetzbücher werden sollten – entweder, um zu verhindern, dass sie überhand nehmen, oder um Steuern für deren Nutzung erheben zu können. Doch viele Menschen fragen sich: Wo begann die Geschichte des Glücksspiels nun genau?

Woher kommen Glücksspiele eigentlich?

Aufzeichnungen belegen, dass die ersten Vorgänger des heutigen Glücksspiels bereits um 3.000 vor Christus existieren – insbesondere in China und in Nahost. Das zeigen beispielsweise Würfel, die bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden. Die uns heute bekannte Form der sechsseitigen Würfel existiert vermutlich seit knapp 4.000 Jahren und wurde im alten Ägypten konzipiert. Würfelspiele sollen aber auch in Griechenland und in Indien schon früh gespielt worden sein.

Würfelspiel

„Max Kaltenmoser Würfelspiel“ von Max Kaltenmoser | Bildquelle: wikipedia.org

Obwohl es verboten war, hatte sich das Glücksspiel im Römischen Reich sehr weit verbreitet, wenngleich auch abseits der Öffentlichkeit. Offiziell war es lediglich an Feiertagen im Dezember – während der sogenannten Saturnalien (Glücksspieler) – erlaubt, Glücksspiele zu spielen.

Im heutigen Großraum Venedig schuf man dann um 1300 erste öffentliche Einrichtungen für gemeinsames Beisammensein mit unterhaltsamen Glücksspielen, was sozusagen die Vorgänger der heutigen Online Casinos waren. Dieser Begriff bedeutet übersetzt übrigens so viel wie „kleines Haus“ – eine treffende Bezeichnung also!

Das erste offizielle Spielcasino der Welt wurde im Jahr 1638 im heutigen Oberitalien eröffnet. Mit Erfolg, denn auch andere Länder nahmen sich schnell daran ein Beispiel: Die älteste deutsche Spielbank wurde im Jahr 1720 im Kurort Bad Ems gegründet. Auch nachfolgend wurden zahlreiche neue Spielbanken überwiegend in Kurorten eröffnet, wie beispielsweise heute in Baden-Baden, Aachen oder auch in Bad Dürkheim.

Nach dem Ende der Französischen Revolution wurden Spielbänke in Frankreich verboten, was für einen noch größeren Erfolg der deutschen Einrichtungen sorgte. Das Fürstentum Monaco eröffnete sein erstes Casino übrigens im Jahr 1856, in Las Vegas fiel der Startschuss für die erste Spielbank im Jahr 1942.

Glücksspiel

Glücksspiel um 1800 | Bildquelle: wikipedia.org

Dennoch: Nach französischem Vorbild existierte auch in Deutschland zwischen 1871 und 1933 ein offizielles Verbot des Glücksspiels. Was allerdings weiterhin florierte, war das Geschäft mit den staatlichen Lotterien. Das Verbot wurde schließlich in den 1940er-Jahren wieder aufgehoben, woraus sich anschließend wiederum staatliche Lotterien entwickelten. In erster Linie sollten die Kassen gefüllt werden, um damit die Kriegsführungen finanzieren zu können.

Beliebtes Glücksspiel in Deutschland

In Deutschland teilte man die Klassenotterie schnell in die NKL und die SKL (Norddeutsche bzw. Süddeutsche Klassenlotterie) ein. Spielbanken, welche in den letzten Jahren während des Zweiten Weltkriegs geschlossen werden mussten, eröffnete man schnell wieder.

Auch heute noch ist das Glücksspiel eine florierende Branche, die enormen Einfluss auf die Wirtschaft hat: Der Staat nimmt allein durch die darauf entfallenden Steuern jede Menge Geld ein. Ein Beispiel: Im Jahr 2009 verdiente man in der Bundesrepublik rund 25 Milliarden Euro mit Glücksspielen – sei es bei Lotterien oder bei Spielbanken.

Rund 50% aller Deutschen nehmen an Glücksspielen teil, davon entfallen 60% auf männliche und 40% auf weibliche Teilnehmer. Es bleibt also zu erwarten, dass der Erfolg der Glücksspiele auch künftig nicht so schnell abreißen wird.

Nicht zu unterschätzen sind die möglichen Folgen

Glücksspiel kann süchtig machen, wie z.B. das online Lotto spielen, können bei manchen Spielern eine Spielsucht auslösen. Hierzu ein Bericht: